Horas! - Eine Reise nach Indonesien

Studium

Einrücke von einer Studienreise nach Indonesien im Oktober 2019

von Henrieke Kuhn, Studentin der Pop-Akademie der Hochschule für Kirchenmusik Westfalen

So begrüßt man sich voller Energie, mit einem gerollten „R“ und einem breiten Lächeln auf Sumatra, der westlichsten Insel Indonesiens. In Kooperation mit der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) besuchten Dozenten und Studierende der Hochschule für Kirchenmusik Herford/Witten die Inselkette auf der anderen Seite des Erdballs.  Das fünf-köpfige Team bestehend aus Prof. Monika Hofmann (Hochschule für Kirchenmusik), Jörg Spitzer (VEM), Martin Bartelworth (Geschäftsführung, Ev. Pop-Akademie), Johannes Weller (Student an der Ev. Pop-Akademie) und Henrieke Kuhn (Studentin an der Ev. Pop-Akademie), verbrachte insgesamt eine Woche vor Ort und besuchte diverse Universitäten und Kirchengemeinden. Im Fokus standen der interkulturelle Austausch und die Vernetzung der Kirchenmusik auf internationaler Ebene.     

Die Reise war ein Paradebeispiel dafür, dass man vor Andersartigkeit keine Angst haben muss. Mit einer offenen und wertschätzenden Haltung und mit Hilfe der Musik, dem christlichen Glauben und der ausgeprägten Gastfreundschaft der Einheimischen war es ein Leichtes, sich auf die neue Kultur einzulassen, Fuß zu fassen und den eigenen Horizont zu erweitern. Ist es nicht großartig zu wissen, dass man auch auf der anderen Seite der Erde, dort wo vielleicht bereits gerade Nacht ist oder der Tag schon begonnen hat, mit Menschen verbunden ist!?

Die Delegation hatte Vorträge über die Hochschule für Kirchenmusik, die Evangelische Pop-Akademie und die VEM, sowie Workshops zu Themen wie „Singen mit Gruppen“, „Chorklang“ oder „Bodypercussion“ vorbereitet. Da nur ein Bruchteil der Menschen Englisch sprach, wurde mit Übersetzern gearbeitet. Dies funktionierte sehr gut und ermöglichte ein noch besseres Kennenlernen der Sprache. Besonders und ebenfalls beispielhaft war, dass stellenweise keine Sprache notwendig war. Der gemeinsame Glaube, sowie die Musik fungierten als solches und bauten Brücken zwischen den Nationen.     

Talkrunden boten die Möglichkeit zum direkten Austausch und Stellen von Fragen. Es wurde deutlich, dass sich manche Fragen und Herausforderungen in Bezug auf die Kirchenmusik ähnelten.  Welchen Stellenwert darf oder soll die Popularmusik haben? Wie viel Einfluss sollte der/die PastorIn haben und wie gelingt eine gute Teamarbeit zwischen allen Gewerken? Mit Hilfe von Beispielen gelang es, die Situationen nachzuvollziehen und so von den Erfahrungen der jeweils anderen zu profitieren.

Dabei galt es die Definition des Begriffs „Popularmusik“ zu schärfen. In Indonesien setzt sich die traditionelle Kirchenmusik aus den westlich geprägten Hymnen und Elementen der ursprünglichen Folkloremusik, sowie zugehörigen traditionellen Instrumenten wie Gendung oder Hasapi zusammen. Ein ausgeprägtes Groove-Empfinden sowie ein klangvoller, inbrünstiger Gesang sind hierbei gewöhnlich. Das Element des Grooves ist gleichzeitig ein essentieller Bestandteil der Popularmusik, der in der traditionellen Musik Europas jedoch eher unüblich und somit für die Kirchenmusik Deutschlands wesentlich neuer und ungewohnter ist, als in Indonesien. Für alle Beteiligten war spannend zu erleben wie bunt und vielseitig ein und dasselbe Lied erklingen kann. Ein richtig oder falsch gibt es dabei nicht. 

Folgende Bilder ermöglichen einen kleinen Eindruck in die Etappen der Reise:

 

 

 

 

 

 

Treffen in der Nommensen Universität in Medan. Im Workshop haben wir gemeinsam gesungen auf Indonesisch und in Deutsch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Prof. Mauli Purba durften wir einige traditionelle Instrumente der indonesischen Kultur kennenlernen.

 

 

 

 

 

 

Über schmale, holprige Straßen ging es ins Karoland - in die Berge. Die Natur wurde hier noch farbenfroher und intensiver.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Retreat Center der GBKP (Mitgliedskirche der VEM) in Sukamakmur durften wir bei einer Veranstaltung, in der neue Arrangements des Gesangbuchs vorgestellt wurden, ebenfalls einen musikalischen Beitrag leisten.

 

 

 

 

 

 

Das Training Center ist für einige Jugendliche mehr als eine Art Musikschule. Hier kommen die Teenager zusammen und spielen beispielsweise in einem Brass Ensemble – auch die Mädchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit den Kirchenleitungen der Mitgliedskirchen der VEM klatschten, stampften und schnippten wir den Rhythmusbaukasten, um sich im Anschluss wieder auf Vorträge und den Austausch konzentrieren zu können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei Roynaldo Hamonangan Saragih lernten wir viele Musikteams aus unterschiedlichsten Gemeinden kennen und tauschten uns über die dortige Kirchenmusik und das Singen mit der Gemeinde aus. Am Abend folgte dann ein Konzert mit dem „Inggou Victory Choir“ – sicherlich eines der vielen Highlights auf der Reise.