Auf Erkundungstour in Afrika

Studium

 

von Immanuel Mauz 
(Student an der Ev. Pop-Akademie der Hochschule für Kirchenmusik Westfalen)

Am 1. Mai 2019, dem Tag Arbeit, brachen wir als kleine Delegation der Evangelischen Popakademie, bestehend aus Studiengangsleiter Prof. Hartmut Naumann, dem VEM-Beauftragten Jörg Spitzer und uns beiden Studentenvertretern, Natalie Lutschinski und mir, für eine Woche nach Afrika auf. Diese Reise kam zustande aufgrund der Kooperation zwischen der Pop-Akademie und der VEM (Vereinte Evangelische Mission).

Im Zuge der Bestrebungen einer Internationalisierung der Hochschule hatte es im November vergangen Jahres eine Tagung mit Musikern aus Afrika, Asien und Europa in Witten gegeben. Dort kamen wir in Kontakt zu Seth Sululu, dem Leiter der Musikabteilung der Tumaini University Makumira (Tansania), und zu Amare Teklu, dem Leiter der School of Jazz Music and Media des Mekane Yesus Seminary in Addis Abeba (Äthiopien). Beide Ausbildungsstätten wollten wir nun besuchen, um deren Arbeit genauer kennenzulernen und mögliche Anknüpfungspunkte für eine Kooperation zu finden.

Zuerst ging es nach Tansania, wo wir vom Leiter des Cultural Arts Center (CAC), Randy Stubbs freundlich empfangen und in einem Gästehaus auf dem großen Campusgelände untergebracht wurden. Das CAC ist ein EU-gefördertes Musikzentrum, das der Universität angeschlossen ist, sich aber weitestgehend autonom organisiert und über einen eigenen Campus verfügt. Dort besuchten wir gleich am ersten Tag eine Aufführung mit traditionell tansanischen Tänzen und dazu gehöriger Trommelmusik.Traditioneller Tanz in Tansania Im Laufe des weiteren Besuchs folgten neben offiziellen Terminen auch Unterrichtsbesuche, Treffen mit verschiedenen Chören und eine Zusammenkunft mit lokalen Kirchenmusikern. Bei diesen Gelegenheiten kamen wir auch immer wieder in den Genuss, gemeinsam mit den Studenten und Chören vor Ort zu musizieren und durften dabei erleben, dass Musik keine Grenzen und Kulturunterschiede kennt.

Trotz des recht straffen Programms blieb zwischendurch immer ausreichend Zeit zum Reden und Diskutieren, sodass wir detailliert die Verhältnisse vor Ort erfragen und erfahren konnten und einige Ideen für Kooperationen und Austauschmöglichkeiten auf den Tisch kamen. Es fanden sich einige Punkte, an denen beide Seiten voneinander profitieren und lernen könnten, die nun weiterverfolgt und angegangen werden sollen.

Den zweiten Abschnitt des Afrikaaufenthaltes verbrachten wir in Äthiopien in einem Gästehaus nahe des Mekane Yesus Seminary in Addis Abeba. Dort durften wir einem Gottesdienst in Amharisch (Amtssprache von Äthiopien) beiwohnen und am Rande eines Staatsbegräbnisses die Mühlen der afrikanischen Bürokratie kennenlernen…
Tags darauf folgte eine Workshopeinheit der in Deutschland stationierten US-Militärband „Wings of Dixie“, die zeitgleich mit uns in Addis Abeba zu Gast war, mit den dortigen Studenten. Dabei lernten wir die ganze Flexibilität der afrikanischen Kultur kennen, als wir vor der Herausforderung standen, spontan selbst einen der Workshop leiten zu müssen. Diese Prüfung hätten wir schon mal bestanden…
Nachmittags folgte ein Konzert mit „Wings of Dixie“ und verschiedenen Studentencombos. Bei einem Stück wurden wir kurzerhand in die Band integriert. Auch diese Prüfung bestanden wir.
Jazz-Studenten des Mekane Yesus SeminarysVor dem Rückflug am Dienstagabend des 7. Mai fand noch ein Treffen mit der gesamten Musik- und Mediafakultät statt, sodass noch einmal intensiv über die eigenen Ausbildungen berichtet werden konnte und dabei das ein oder andere Fragezeichen aus den Gesichtern verschwand.

Wie in Makumira fanden auch hier einige Ideen für eine Konkretisierung des Kooperationswunsches ihren Weg auf den gemeinsamen Tisch. So reisten wir nicht nur mit reichlich vielen Eindrücken und Erfahrungen nach Deutschland zurück, sondern auch mit neuen Freundschaften und einigen Ideen und Plänen für eine partnerschaftliche Kooperation sowohl mit dem Mekane Yesus Seminary als auch der Tumaini Unversity Makumira mitsamt dem Cultural Arts Center. 
Man darf nun gespannt sein, wie die Evangelische Popakademie und die Hochschule für Kirchenmusik von Westfalen Herford-Witten ihren Weg der Internationalisierung fortschreiten werden und was sich aus den festgehaltenen Ideen und Plänen ergeben wird.